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 2.5 Justinian-spätrömische oder frühbyzantinische Zeit?  Im
6. Jahrhundert kam es im östlichen Reichsteil unter Kaiser Justinian
(527565) zu einer letzten Blütezeit des spätantiken Kaisertums.
Die Rückeroberung Westroms und der Kampf gegen die arianischen Ketzer
waren seine Hauptziele. Mit Gottes Hilfe wollte Justinian die verlorenen
Provinzen zurückerobern (Novella 30, 11, 2). Ihm gelang die Rückeroberung
Nordafrikas, Italiens und Spaniens. Die Reorganisation dieser Gebiete
stellte sich allerdings als eine grosse finanzielle Belastung heraus.
Zu Justinians bleibenden Leistungen zählen die Kodifikation des römischen
Rechts (Corpus Iuris Civilis) und die eindrücklichen Bauten,
denen bereits Prokop ein eigenes Werk (die aedificia) widmete.
Dennoch hat Prokop in Justinian einen "mörderischen Dämon"
und "Menschenfresser" (HA. 30, 34) gesehen, der das Reich dem
Untergang weihte, weil er es überfordert habe. Nach dem Tode Justinians
folgten der Einfall der Langobarden in Italien, die Rückeroberung
Spaniens durch die Westgoten, der Einbruch der Slawen in den Balkan und
im 7. Jh. die Expansion der Araber. Mit diesem Kaiser endet die spätrömische
und beginnt die frühbyzantinische Zeit.
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