Sallust, der Verfasser
der berühmten Catilinae coniuratio, der Verschwörung
des Catilina, war zunächst selbst in der römischen Politik aktiv
geworden. Als Historiker machte er sich daran, ausgewählte Abschnitte
aus der römischen Politik darzustellen: ... res gestas populi
Romani carptim, ut quaeque memoria digna videbantur, perscribere...
(Catil. 4). So lesen wir in der Catilinae coniuratio. Dieses Werk
enthält Exkurse, in denen aber auch ein Bild von der Gesamtentwicklung
der römischen Geschichte vermittelt wird.
Anlass für einen
ersten Exkurs ist die Feststellung, Catilina sei u.a. durch die corrupti
civitatis mores, insbesondere durch die herrschende luxuria
und avaritia, angestachelt worden (Catil. 5). Im darauf folgenden
Exkurs erklärt Sallust, wie es zu solcher Verderbnis kam. Dazu schildert
er die Geschichte Roms aus einer Perspektive, welche geschichtsphilosophische
Niedergangsvorstellungen mit Annahmen über das Wesen des Menschen
verbindet.
Eine erste Phase des
Verfalls in Rom wurde seiner Meinung zufolge nach der Zerstörung
Karthagos eingeleitet. Gravierender noch seien die Folgen der Eroberungen
Sullas in Griechenland und Kleinasien gewesen. Die zweite Phase im Niedergang
habe zu einer Pervertierung der Werte in der römischen Gesellschaft
geführt.







