Archäologie
"Klassische Archäologie"
bezeichnet speziell die Archäologie des "klassischen" Altertums,
der griechischen, etruskischen und römischen Kultur; von ihr aus
aber auch von Vorstufen, von umliegenden Gebieten, von Wechselwirkungen
mit Nachbarkulturen und von Nachwirkungen. Ihre Gegenstände lassen
sich nach verschiedenen Materialklassen gliedern: Plastik oder Skulptur,
Porträts, Malerei und Mosaik, Keramik, Architektur, Kleinkunst und
Gebrauchsgegenstände. Ebenso geht es aber um ganze Fundorte, deren
Topographie, Städte und Urbanistik, Heiligtümer, Landschaften
oder ökologische Fragen. Die verschiedenen Gegenstände erfordern
unterschiedliche Methoden, die denn auch zu einer erheblichen Spezialisierung
führen: die Vermessung von Bauten, die Geländebegehung während
eines Surveys, das Studium von Bildern oder die Grabungstätigkeit
der Feldarchäologen erfordern jeweils andere Fähigkeiten.
Ur- und Frühgeschichte
Die "Prähistorische
Archäologie", "Ur- und Frühgeschichte" oder "Vor-
und Frühgeschichte" beschäftigt sich mit Themen aus den
Epochen von den Steinzeiten bis zum Frühmittelalter, für welche
keine Schriftzeugnisse vorliegen. Naturwissenschaftliche Methoden und
kulturanthropologische Ansätze spielen dabei oft eine wichtige Rolle.
Weitere archäologische Disziplinen
Die "Provinzialrömische
Archäologie" konzentriert sich auf die Erforschung von Material
aus den einstigen Provinzen des Römischen Reiches. Ein besonderer
Schwerpunkt bilden die germanischen Provinzen. – Die "Vorderasiatische
Archäologie" befasst sich mit den Kulturen des Nahen Ostens,
vor allem des Zweistromlandes und Ostanatoliens. – "Christliche
Archäologie" ordnet sich zwischen der Archäologie der Spätantike
und der Kunstgeschichte des frühen Mittelalters ein und befasst sich
traditionell mit den frühen Christen. – Der Gegenstand der "Bauforschung"
ist die antike Architektur. – Die noch junge "Archäologie
des Mittelalters" teilt sich mit der Vor- und Frühgeschichtsforschung,
der Christlichen Archäologie und Spezialisten der Kunstgeschichte
die Behandlung frühmittelalterlicher archäologischer Quellen.
Zur äusseren Form archäologischer Publikationen
Die Publikation des archäologischen
Materials erfolgt in Büchern wie in Zeitschriften (z.B. Archäologischer
Anzeiger).
Diese Publikationen können auf bestimmte Fundorte (z.B. Agora-Ausgrabung
Athen), auf Themen (z.B. römische Villen) oder Materialgruppen (z.B.
Bronze, Keramik, Sarkophage) ausgerichtet sein. Besonders wertvoll sind
Bücher, die eine Synthese der archäologischen Forschung an einem
Ort und der Geschichte vornehmen (z.B. F. W. Deichmann: Ravenna. Hauptstadt
des spätantiken Abendlandes, 3 Bde., Wiesbaden 1969-1988).







