Die Aufstellung zur Schlacht
Arrian, Schlachtordnung gegen die Alanen, 1227 (FGr 156 Arrianos
F 12):
"Angekommen auf dem bestimmten Felde wird sich die gesamte Reiterei
ringsherum in Schlachtordnung aufstellen, die berittenen Späher
aber auf die Anhöhen entsenden, um den Feind in der Ferne zu beobachten.
Hierauf wird in aller Stille auf ein gegebenes Zeichen unter die Waffen
getreten und aufgerückt. Die Aufstellung wird die folgende sein:
Die beiden Flügel des Fussvolkes besetzen die Anhöhen des
Feldes; denn auf solchem Boden wird der Aufmarsch stattfinden. Auf die
äusserste Spitze des rechten Flügels kommen die Armenier unter
Vasaces und Arbelus zu stehen, weil es lauter Bogenschützen sind.
(13) Vor ihnen aber stellt sich das Fussvolk der italischen Kohorte
auf. Das Ganze wird von Pulcher befehligt, welcher auch die italische
Kohorte anführt, so dass er also nicht bloss seine eigenen Leute,
sondern auch den Vasaces und Arbelus mit ihrer Mannschaft zu Pferd und
zu Fuss unter sich hat.
(14) Auf dem linken Flügel, ebenfalls die äusserste Spitze
auf dem höchsten Punke bildend, stellen sich die Verbündeten
von Kleinarmenien auf, und die Leichtbewaffneten von Trapezunt und die
Lanzenträger von Rizia. Ebenfalls vor ihnen stellen sich 200 Lepider
auf und 100 Cyrenäer, so dass die Schwerbewaffneten eine Vormauer
bilden vor den Wurfschützen, und diese von der Höhe aus ihre
Geschosse über jene wegschleudern. (15) Das Zentrum nimmt das schwere
Fussvolk inne, und zwar vom rechten Flügel an bis über die
Mitte des ganzen Raumes hinaus die 15. Legion, weil sie bedeutend stärker
ist. Den Rest links bis zu der Spitze des linken Flügels wird die
12. Legion ausfüllen. Sie werden acht Mann tief und in geschlossener
Ordnung sich aufstellen: (16) die vier ersten Glieder werden gebildet
von Speerträgern, deren Speere vorne mit einer langen und dünnen
Eisenspitze versehen sind. Das erste Glied wird sich mit gefälltem
Speer aufstellen, so dass es, wenn die Feinde sich nähern sollten,
die Spitzen derselben gerade der Brust der Pferde entgegenhält.
(17) Das zweite, dritte und vierte Glied halten ihre Speere zum Wurf
bereit, um, wo es gelingt, die Pferde niederzustrecken und den Reiter
zu töten, oder wenigstens indem der Speer im Schild und im Panzer
stecken bleibt, und er sich wegen der Weichheit des Eisens umbiegt,
den Gegner kampfunfähig zu machen. (18) Die weiteren vier Glieder
bilden die Lanzenträger; und als neuntes Glied hinter diesen stellen
sich die numidischen, cyrenäischen, bosporanischen und ituräischen
Bogenschützen auf. (19) Das schwere Geschütz kommt, um den
Feind bei seinem Anmarsch schon aus weiter Ferne zu empfangen, auf beide
Flügel zu stehen, so wie in den Rücken des schweren Fussvolks."
(... 2023: Es folgen darauf Bestimmungen zur Aufstellung der
Reiterei in 8 Schwadronen hinter dem Fussvolk. Dann folgen die Bestimmungen
zur Reservebildung : die equites singulares, die Leibwache und ausgewählte
Centurionen und Decurionen müssen sich in der Nähe des Generals
aufhalten.)
"(24) Die Führung des ganzen rechten Flügels samt der
Reiterei übernimmt Valens, der auch der Kommandant der 15. Legion
ist. Auf dem linken Flügel befehligen die Tribunen der 12. Legion.
(25) Ist die Aufstellung auf diese Weise vollendet, so bleibt alles
still, bis die Feinde auf Schussweite nahe kommen. Wie sie aber nun
näher heranrücken, wird von allen Seiten das grösste,
furchtbarste Schlachtgeschrei erhoben; das grosse Geschütz schleudert
Geschosse und Steine; die Bogenschützen werfen ihre Pfeile, die
Lanzenträger ihre Lanzen, und ebenso die Leichtbewaffneten und
die schildtragenden Truppen. Auch sollen Steine auf den Feind geschleudert
werden von den verbündeten Truppen auf den Anhöhen, und überhaupt
werden die Geschosse von allen Seiten so dicht als möglich fliegen,
nicht bloss um die Pferde scheu zu machen, sondern auch um die gegnerische
Kavallerie aufzureiben. (...)
(26) Aber falls (die Alanen) doch näher rücken, so wird, fest
auf die Schilde gestemmt und Schulter an Schulter gedrängt, der
Anfall aufs standhafteste ausgehalten und die drei ersten Glieder rücken
zum dichtesten Schluss so hart als möglich aufeinander. Das vierte
Glied schleudert seine Lanzen über die vorderen weg; und das dritte
stösst oder wirft mit seinen Speeren unbarmherzig nach Ross und
Mann. ... "
Lit. : Deutsche Übersetzung nach C.H. Dörner : Arrians
von Nikomedien Werke, Stuttgart 1887 ; N.M. Saxtorph und Chr. G. Tortzen : Acies
contra Alanos : Arrian on Military Tactics, in : Ancient History Matters. Studies
presented to Jens Erik Skysgaard on His Seventieth Birthday, hg. von K. Ascani
und anderen, Rom 2002, S. 221226 (Analecta Romana Instituti Danici, suppl.
30).








