Die Geschichte der Münzen der römischen Republik lässt sich in drei Perioden einteilen, die jeweils Besonderheiten im Verhältnis der Nominale zu einander und in der Gestaltung der Münzbilder aufweisen. Die Periodisierung ist immer noch sehr umstritten, so dass gerade für die römische Frühzeit verschiedene Modelle in den Handbüchern dargestellt werden. Wir schlagen dasjenige von Michael Crawford vor:
- Periode I (280 v.Chr. bis 212 v.Chr.)
- Die Römer orientieren sich im Silbergeld an den Didrachmen (6.8-7.9g) der unteritalischen Griechenstädte.
- Das Bronzegeld wird in Litra und Halblitren geprägt.
- Das Aes grave mit seinen Unterteilungen As, Semis ... usw. basiert auf dem schweren italischen Pfund (ca. 341 g).
- Diese Systeme sind selbständige Wertmesser.
- Die Prägungen geschehen nach griechischem Vorbild anonym und weisen in der Legende (ROMA, ROMANO(rum) lediglich auf ihren Ursprung, die Stadt der Römer hin.
- Häufige Motive sind Mars, Minerva, Janus, Pferdekopf.
- Periode II (212 v.Chr. bis 155 v.Chr.)
- Die Zeit des Zweiten Punischen Krieges machte eine Münzreform nötig, um die finanziellen Belastungen des Gemeinwesens besser verwalten zu können. Es kommt zur Bildung eines eigenen Systems, der Einführung des Denars (zuerst 4,6g dann 4g Silber), der im Verhältnis 1:10 zum As (54,6 g Aes) steht.
- Es dominieren mythisch allegorische Motive (Siegesgöttin im Zweigespann)
- Periode III (155 v.Chr. bis 30 v.Chr.)
- Der Denar und die von ihm abgeleiteten Nominale setzen sich als Einheitsmünzen durch.
- Das As wir in seinem Gewicht reduziert (neu 27, 3 g um 155 v.Chr.) und das Verhältnis zum Denar wird auf 16: 1 festgelegt.
- Die fragmentarischen Inschriften treten in den Hintergrund und die Name der Münzmeister erscheinen nun prominent auf den Münzen.
- Die mythisch allegorischen Bilder dienen vermehrt der Darstellung des Prestiges der Familie der Münzmeister, wenn sie die Taten ihrer Vorfahren im Münzbild ehren.
- In der Zeit der Bürgerkriege im 1. Jh. v.Chr. treten die Akteure erst nach langem Zögern auf den Münzbildern mit ihrem Porträt auf.
Die Münzen und ihr Verhältnisse zueinander in der klassischen Republik:
| As | Semis | Triens | Quadrans | Sextans | Uncia | |
| As (Aes) | 1 | 2 | 3 | 4 | 6 | 12 |
| Semis | 1 | 1.5 | 2 | 3 | 6 | |
| Triens | 1 | 1.333 | 2 | 4 | ||
| Quadrans | 1 | 1.5 | 3 | |||
| Sextans | 1 | 2 | ||||
| Uncia | 1 |
Daneben gab es die Grossmünze des Decussis (Aes = 10 As) und als Silbergeld den Denar (ursprünglich = 10 As, später = 16 As, wegen der Silberknappheit und der sich daraus ergebenden Überbewertung des Aesgeldes). Ursprünglich galt die Formel 1 As = 1 libra (= ca. 327g). Im Lauf der Republik wurde aber das Ausgangsgewicht des Asses kontinuierlich reduziert (bis auf die Relation: 1 As = 1/24 libra = 1/2 uncia = ca. 13,6 g um 86. v.Chr.).












