Die Gründe dafür sind:
- Die quantitativ oft bedeutenden Funde lassen im Verbund mit dem bereits bekannten Material eine genaue Kenntnis der Systematik der Prägung und der Organisation der Münzprägung zu.
- Die von ihnen gelieferte Porträtgalerie aller römischen Kaiser und einiger Kaiserinnen auf der Vorderseite der Münzen ist die längste der Geschichte und hat ihre Wirkung auf die Nachwelt bis heute nicht verloren. Oft verdanken wir es ihnen allein, dass wir überhaupt ein Porträt eines Kaisers besitzen.
- Die Inschriften (Legenden) auf den Münzen bringen die Kaisertitulatur in ihrer ganzen Breite hervor und geben einen Einblick in die von den Kaisern ausgegebenen Parolen für den ganzen Herrschaftsbereich.
- Die Rückseiten mit ihrer formalisierten und klaren Bildersprache stehen von Anfang an im Dienst der staatlichen und persönlichen Selbstdarstellung. Sie geben uns Hinweise zur Reichspolitik, zum Regierungsprogramm, zu Parolen und Lageberichten aus dem Reich.
- Religiöse Motive und Personifikationen von Begriffen in Gestalt von Göttern (z.B. Fortuna oder Salus) weisen auf die Befindlichkeit der Herrscher hin.
- Die Beziehung des Kaiserhauses zum Volk, zum Militär und zu den unterworfenen Völkern ist denn auch eine der wichtigen Motivkategorien.
- Die Fürsorge der Kaiser für das Reich kommt in den Darstellungen zur repräsentativen Bautätigkeit und zur Verteilung von Nahrungsmitteln zum Ausdruck.
- In der Spätantike wird schliesslich auch die Münze zum Mittel, mit dem die Kaiser ihr Christsein und das Christentum im Allgemeinen propagieren.
Die Münzen und ihr Wertverhältnis in der Kaiserzeit bis zum Ende des 2. Jh.s (bei den Gewichtsangaben handelt es sich um Durchschnittswerte):
| Aureus | Denar | Sesterz | Dupondius | As | |
| Aureus (7,8g AU) | 1 | 25 | 100 | 200 | 400 |
| Denar (3,5 - 4g AR ) | 1 | 4 | 8 | 16 | |
| Sesterz (25 - 29g Aes ) | 1 | 2 | 4 | ||
| Dupondius (12,5- 14,5 g Aes) | 1 | 2 | |||
| As (8,5 - 11g CU / Aes) | 1 |
Die politischen, finanziellen und wirtschaftlichen Probleme des Reiches führten schon seit Nero (54 bis 68 n.Chr.) zu Reformen des Münzsystems. Besonders im dritten Jahrhundert verfällt die Qualität der Währung massiv (siehe dazu das Unterkapitel 1.2 mit dem Bild Nr.2 "Geldentwertung durch Senkung des Silberhgehalts").
Erst Konstantin (Regierungszeit 305 bis 337 n.Chr.) gelingt es mit einer umfassenden Reform (324 n.Chr.) wieder für einige Zeit Stabilität zu schaffen. Sein System gründet auf dem Solidus, einer reinen Goldmünze von 4.55 g, was 1/72 römischen Pfund entspricht.
Daraus ergab sich folgendes Wertverhältnis:
| Solidus | Semisses | Tremisses | Miliarensia | Siliquae | |
| Solidus (4,55g AU) | 1 | 2 | 3 | 18 | 36 |
| Semisses (ca. 2,28 g AU) | 1 | 1.5 | 9 | 18 | |
| Tremisses (ca. 1,18g AU) | 1 | 6 | 12 | ||
| Miliarensia (4,55 g AR) | 1 | 2 | |||
| Siliquae (ca. 2,28g AR) | 1 |












