Personen
aus dem ersten Stand erfasst Ammian vor allem mit dem Begriff
nobiles. Manchmal ist auch von senatores
oder unscharf von Reichen die Rede. Der Begriff ordo senatorius
kommt - im Gegensatz etwa zu Gestzestexten - in den res gestae
überhaupt nicht vor. Exklusive Rangprädikate wie clarissimus
oder illustris sind spärlich gesät. Als soziale
Gruppe zusammengefasst findet der Senatsadel nur an einigen wenigen
Stellen Erwähnung. So misst Ammian beispielsweise in den beiden
Romexkursen das Verhalten der römischen nobilitas an einem einheitlichen
Normenkatalog, stellt die Senatoren summarisch als schuldlose Opfer
der Repression unter Valentinian dar, oder lässt sie als politisches
Organ gemeinsam in Aktion treten. Zur Hauptsache jedoch ist die Darstellung
des Senatsadels aufgeschlüsselt in die Beschreibung einzelner
Personen
Betrachtet man die Kriterien, nach denen Ammian einzelne Exponenten
der nobilitas beurteilt, fällt zunächst die hohe
Priorität auf, die dem Merkmal der Geburt oder Herkunft zukommt,
offenbar empfand Ammian die "patrizische Herkunft" als massgebendes
Merkmal für Adelszugehörigkeit (vgl. Amm. 16.10.5). Verstärkt
wird dieser Eindruck auch durch die Voranstellungen der Herkunft bei
der Aufzählung von Charakteristiken wichtiger Personen; dabei
wird bei erfolgreichen und angesehenen Persönlichkeiten wenn
immer möglich die noble Herkunft, gleich einem Garant für
hervorragende Leistungen, ins Feld geführt







